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FAS-Fundstück: Erfahrungsbericht beim Wunschkind

Erfahrungsbericht beim Wunschkind

Einer der bekanntesten Elternblogs Deutschlands „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“ hat einen ausführlichen Erfahrungsbericht zu einer freien demokratischen Schule in Berlin veröffentlicht. Auch wenn der Bericht nicht 1:1 das Leben an der Freien Aktiven Schule Stuttgart (FAS) widerspiegelt, da er von einer Berliner Schule berichtet, meinen wir trotzdem: Sehr Lesenswert! Besonders spannend an dem Bericht ist, dass Katja Seide – Mitbegründerin des Wunschkind-Blogs – sowohl aus Elternsicht als auch aus Lehrersicht schreiben kann. Denn sie arbeitet als Sonderpädagogin an einer Regelschule.

Jede freie Schule ist individuell

In dem Bericht werden viele der Fragen beantwortet, die man sich als Eltern so stellt, wenn man überlegt, sein Kind an eine freie Schule zu schicken. Vieles lässt sich auch auf die FAS übertragen – anderes wiederum nicht. Denn jede freie aktive Schule ist eine eigenständige Organisation, hat eigene Abläufe und stellt ihre eigenen Regeln auf.

An der FAS sind häufig gestellte Fragen: Wie funktioniert das freiwillige Lernen? Wann können die meisten Kinder Lesen? Und was ist, wenn mein Kind nur Spielen möchte? Jede Familie stellt ihre eigenen Fragen und jede Familie geht ihren ganz eigenen Weg.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Auch an der FAS gibt es die von Katja Seide erwähnte Elternarbeit. Ebenfalls dürfen sich die Kinder das Lernen frei einteilen und die von Begleitern gemachten Angebote wahrnehmen – oder auch nicht. Auch gibt es keine Hausaufgaben – außer die Kinder wünschen welche. Der Tag eines Erstklässlers könnte an der FAS ganz ähnlich ablaufen wie von ihr beschrieben. Angefangen beim Morgenkreis, über das draußen Spielen, bis hin zur Nachmittagsbetreuung. Angebote der Erwachsenen dürfen – aber müssen nicht – wahrgenommen werden. Alle duzen sich an der Schule – ob Erwachsener oder Kind, ob Begleiterin oder Schüler. Und auch hier an der FAS müssen Eltern lernen loszulassen, ihren Kindern zu vertrauen. Vielleicht die schwierigste aller Aufgaben an der Schule.

Und doch läuft hier einiges anders, als beim gewünschtesten Wunschkind beschrieben: Zu Beginn des Schuljahres überlegen sich an der FAS die Jugendlichen ab dem 5. Jahrgang, was sie dieses Jahr an Projekten, Ausflügen und Fahrten machen und was sie lernen möchten. Dieses gemeinsame Brainstorming dient als Grundlage für den zusammen erarbeiteten Wochenplan, aus dem sich jeder heraussucht, was er oder sie machen möchte. Die meisten planen viel frei verfügbare Zeit ein. Die Jugendlichen der Tertia können aus einer Vielzahl von Kursen auswählen, welche Themen sie vertiefen möchten.

Es gibt keine Benotungen, keine abgeschlossenen Kurse und keine Prüfungen. Nur wer sich freiwillig auf eine externe Schulfremdenprüfung vorbereitet, kann für eine bessere Selbsteinschätzung die Prüfungen der Vorjahre schreiben, um den eigenen Lernstand zu ermitteln. Die Abschluss-Prüfungen werden an einer Stuttgarter Partnerschule abgelegt. Auch wird an der FAS ein wenig mehr Wert auf Ordnung gelegt (so sieht es zumindest auf den Bildern aus): Jedes Kind räumt seine Materialien nach der Benutzung wieder an den angestammten Platz. Die Lehrer sehen sich nicht als Lehrer, sondern als Lernbegleiter und nennen sich daher Begleiter.

Erfolgreich erprobt über 15 Jahre

Auch an der FAS muss keiner mehr Angst haben, ob das Prinzip freie Schule funktioniert. Es wird schon über 15 Jahre lang angewendet. Es gibt viele Kinder, die zeigen, wie Schule auch an einer freien Schule erfolgreich abgeschlossen werden kann. Die ersten Pionierkinder der Gründergeneration sind längst erwachsen, gehen ihren eigenen Weg und sind das beste Beispiel einer gelungenen Schullaufbahn.

 

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