Schule

Begleiterin Isabel: Aus der weiten Welt an die FAS gekommen

Vorstellung Begleiterin Isabel

Nach und nach möchten wir vom FABBS unsere Schul- und Kindergarten-Begleiter hier vorstellen. Heute ist Isabel aus der Schule an der Reihe. Isabel kam 2005 an die Freie Aktive Schule Stuttgart (FAS). Sie war damals gerade mit ihrem Referendariat fertig und auf der Suche nach einer Schule, an der „auch ich mich wohl fühlen und selbst lernen kann“, wie sie es damals schrieb. Sie hat ein schon sehr bewegtes Leben hinter sich, mit vielen Eindrücken, aus den unterschiedlichsten Kulturen und Kontinenten. An der FAS begleitet sie die Kinder in allen Altersstufen in dem Themenbereich Musik. Die „Sekus“ (5. bis 7. Jahrgangsstufe) begleitet sie in Deutsch und verschiedenen Projekten. Auch ihre beiden Kinder besuchen die FAS, sie kennt also nicht nur die Begleiter-, sondern auch die Elternperspektive.

Vorstellung Isabel, Schulbegleiterin

FABBS: Liebe Isabel,du bist in der ehemaligen DDR geboren und sowohl dort, als auch in West-Deutschland zur Schule gegangen. Welche Schulen hast du in dieser Zeit kennen gelernt?

Isabel: In der ehemaligen DDR gab es leider noch keine freien Schulen, also musste ich mit der alten Volksschule vorlieb nehmen. Nach unserem Umzug nach Freiburg, kurz vor dem Mauerfall, begann für mich ein neues Leben, das mit dem alten nicht viel zu tun hatte. Das lag unter anderem auch daran, dass ich nun eine Freie Waldorfschule besuchen durfte.

FABBS: Dort hast du dann auch deine Leidenschaft für die Akrobatik und den Zirkus entdeckt?

Isabel: Genau, dort lernte ich Jonglieren, Einrad fahren, Balancierakte und Akrobatik. In den höheren Klassen studierte ich mit den jüngeren Kindern Zirkusnummern ein und leitete schließlich mit zwei weiteren Jugendlichen die Zirkusgruppe. Auch danach habe ich immer wieder verschiedenste Zirkusprojekte begleitet und mit den Kindern wunderbare Erfahrungen gesammelt.

Aus der weiten Welt an die FAS

FABBS: Wie ging es nach der Schule für dich weiter?

Isabel: Ich wollte die große, weite Welt näher kennen lernen und machte mich auf den Weg nach Südamerika. In den ecuadorianischen Anden lebte ich ein Jahr lang mit einem Indianerstamm. Ihre Kultur und ihre Lebensweise faszinierten mich so sehr, dass ich mich bei ihnen wie zu Hause fühlte. Auf Wunsch einiger Dorfschulen unterrichtete ich in dieser Zeit ein paar Klassen in Englisch, so gut es mir mein Schulenglisch erlaubte. Das Zurückkehren in die „alte Welt“ fiel mir dann schwer. Doch nachdem ich weitere drei Monate in den Anden verbracht hatte, konnte ich mich zu einem Lehramtsstudium für die Grund- und Hauptschule mit den Fächern Musik und Deutsch entschließen. Ich war glücklich, auf diese Weise mein Klavierspiel zu vertiefen, Gesangsunterricht zu genießen und dazu Querflöte spielen zu lernen. Auch meine Begeisterung für das Theaterspielen konnte ich ausleben und eine Qualifikation für Theaterpädagogik erwerben.

FABBS: Wie bist du dann von der traditionellen Schulausbildung zum Ansatz an der FAS gekommen?

Isabel: Meine Vorstellung war schon immer gewesen, im gemeinsamen Tun mit den Kindern zu lernen. In meiner Studienzeit begegnete ich dem Ansatz von Rebeca und Mauricio Wild und war sofort von ihren Ideen ergriffen. Ihre Gedanken und Erfahrungen waren für mich gleichermaßen eine Befreiung aus meinem Dilemma, keine Lehrerin sein zu wollen, die die Kinder stur nach Lehrplan belehrt. Nach der überstandenen Referendariatszeit war ich daher glücklich, mit der FAS eine Schule gefunden zu haben, in der Lernen auf natürlichem Weg möglich war und ist.

Doppelrolle Mutter und Begleiterin

FABBS: Wie ist es für dich, in der Doppelrolle als Mutter und Begleiterin an der FAS zu sein?

Isabel: Zunächst war es für mich eine Freude, meine Kinder nicht irgendwo anders abgeben zu müssen, sondern ihnen auch am Vormittag immer wieder zu begegnen und ihre Lernumgebung mitzugestalten. Auch der enge Austausch mit meinen KollegInnen macht es mir leichter, schwierige Momente meiner Kinder zu besprechen und eine schnelle Rückmeldung zu bekommen. Aber natürlich gibt es auch Schattenseiten. So merke ich, dass ich meinen eigenen Kindern natürlich viel näher stehe. Und ich so mit ihnen im Schulalltag nicht immer so gelassen reagieren kann, wie ich gerne möchte – und es mir mit den anderen Kindern meist gelingt. Bisher genießen es meine beiden Kinder auf jeden Fall, dass wir einen gemeinsamen Lernort haben. Das kann sich in der Pubertät natürlich noch ändern (lacht).

FABBS: Danke für das Interview liebe Isabel!

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2 Kommentare zu “Begleiterin Isabel: Aus der weiten Welt an die FAS gekommen

  1. Da meine beiden Enkel an die FAS gehen , habe ich ein besonderes Interesse am Kennenlernen dieses anderen Lernens. Ich selbst war auch Lehrerin, aber an normalen (!) Schulen. Deshalb habe ich noch nicht richtig verstanden, wie an dieser Schule Wissen vermittelt wird. Freilich, meine Tochter und mein Schwiegersohn unterhalten sich oft mit mir darüber, auch meine Enkel erzählen mir. Nun freue ich mich sehr, dass ich jetzt einiges über die Lernbegleiter erfahren kann. Das hilft mir sehr dabei weiter, Vertrauen zu gewinnen. Vielen Dank!

    1. Liebe Angelika, vielen Dank für deinen Kommentar! Die Begleiter werden wir so nach und nach vorstellen, je nachdem wie wir Kapazität haben. Demnächst wird es auch einen Artikel geben, der exemplarisch ein Lernangebot beschreibt, so dass man sich ein genaueres Bild über das Lernen an der FAS machen kann – am Beispiel der Ananas :-). Und an der FAS sind meines Wissens auch die Großeltern zu einer Hospitation herzlich eingeladen! Viele Grüße von Daniela

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